Frühjahrswaller

von Tobias Siekmann

Tobi mit deutschem Waller im Frühjahr

 

In den letzten Jahren geisterte immer mehr der Gedanke an den Winterwaller aus Deutschland in unseren Köpfen herum.Was wir trotz Kälte und Bedingungen die nicht wirklich auf entspanntes fischen hoffen lassen konnten immer wieder versuchten.An meinem Hausgewässer fischten wir über mehrere Tage die tiefsten Stellen ohne je einen Biss zu bekommen.Einige Tage später an dem Platz welchen wir erst vor kurzem mit U-Posenmontagen befischt hatten traf ich einen bekannten Spinfischer und er berichtete mir das gestern ein Waller von ca. 1,30 im Rücken beim Zanderjigen gehackt wurde. Nach einigen Überlegungen war es eigentlich klar.Wir befischten genau den richtigen Spot bei Wassertemperaturen um  sechs Grad nahmen die Fische einfach nur keine Nahrung auf. Sicherlich werden auch im Winter bei uns gute Fische gefangen aber sind es doch mehr oder weniger Einzelerfolge oder Fische die auf leichtes Zandergerät gefangen werden.DasAnsitzangeln im Winter bei Temperatur unter acht Grad Wassertemperaturen kristalisierte sich immer mehr zum Zeitvertreib oder mal einem kalten aber gemütlichen Wochenende mit den Angelkumpels heraus ,doch efektiefes fischen war das nicht wirklich.Für die nächste Aktion war geplant so wie die ersten Frühlingszuckungen los gehen und das leben im Fluss wieder langsam beginnt wird eine Woche gefischt. Wir sammelten Infos über verschiedene Gewässer  ihre Wassertemperaturen,Wasserstand und Befischungsmöglichkeiten. Nach einigen Telefonaten mit Walter war ein Gewässer schnell gefunden was eine recht hohe Wassertemperatur von fast neun Grad ende Februar schon hatte. Mann muss auch dazu sagen das der milde Winter 2013 sein Teil dazu beigetragen hat das viele Gewässer gar nicht erst ihre tiefst Temperaturen erreicht haben. Den ersten Tag unserer Woche verbrachten wir fast nur im Schlauchboot um uns Spots für die nächsten Tage zu suchen.

 

Die Platzwhl ist im der Schlüssel zum Erfolg beim Wallerangeln

 

Dieser Gewässerabschnitt wurde von uns so noch nie vorher befischt und so mussten wir uns auf unser Auge das Echolot und unsere gesammelten Erfahrungen verlassen. Diese aufwendige Absucherei von locker zwanzig Kilometer Fluss mit fünf Ps und einem 320 Schlauchboot bei starker Strömung  hoch und runter sollte sich doch als absolut angebracht raus stellen.Wir fanden einen Bereich der zwischen siebzig und einem Meter fünfzig tiefer als die Hauptströmung war und dazu noch von Steinschüttungen gebremste Strömungsverhältnisse aufweisen konnte.Dieser Platz erfüllte für uns alle Kriterien um Fische bei diesen Temperaturen dort zu vermuten.Der Waller braucht die Möglichkeit sich abzulegen,Energie zu sparen und wenn möglich noch einen Platz wo sich Futterfische in Nähe zum Ruheplatz einfinden.

Schlauchboot am Platz zum Aulegen der Montagen

 

Unser Lager für die erste Nacht stand gegen sechs Uhr Abends.Als unsere vier Ruten alle samt mit U-Posen bestückt abgelegt waren konnte es los gehen.Von den angenehmen 12 Grad tagsüber war bei Einbruch der Dunkelheit schnell nicht mehr viel zu spüren und wir waren auch recht schnell  in unseren Schlafsäcken verschwunden.Gegen halb zwölf konnte ich den ersten Fisch mit 1,81 m fangen .Wir waren happy das bereits in der ersten Nacht schon ein Waller gebissen hatte.Doch sollte es noch besser kommen Walter konnte morgens um sechs mit 1,97m nachlegen .Der nächste Morgen begann neblig und trüb wir fotografierten unsere Fische und beim umziehen in wieder trockene Klamotten ging meine nächste Rute krumm.Der Fisch konnte nach kräftigem Drill  mit einer Länge von 1,99m sicher gelandet werden und so hatten wir am zweiten März drei Fische auf unserer Habenseite.Ein Ergebnis das wir uns selbst nicht so hätten vorstellen können.

 

Leider änderte das Wetter sich den ganzen Tag nicht mehr und die fehlende Sonneneinstrahlung machte sich an der jetzt schon unter neun Grad gefallene Wassertemperatur bemerkbar.In der kommenden Nacht bekamen wir Frost und wir konnten nur noch eine Fisch um die 1,20m fangen.Da es gegen ende der Woche wieder wärmer werden sollte entschlossen wir uns für die zwei kommenden Nächte diesen Platz in Ruhe zulassen und auf zwei andere Plätze auszuweichen die noch weniger Strömung hatten und fast die selbe Tiefe.In diesen zwei Nächten gab es wieder kräftigen Nachtfrost und die Bissanzeiger  blieben leider stumm.Das sonnige Wetter und die Nachrichtenmeldung das die Nachttemperaturen nicht mehr unter fünf Grad fallen sollten für unsere zwei letzten Nächte machte das Moven zum Klacks und so ging es auch recht schnell bis die Ruten auf dem Platz der ersten beiden Nächte wieder standen.Gegen Zwölf Uhr bekam ich einen guten Biss und wir hatten Nummer fünf am Band.Dieser Waller hatte eine Länge von 1,83m.Für den Rest dieser Nacht konnten wir keine Aktion mehr verbuchen.Für die leider letzte Nacht gab die Sonne tagsüber nochmal alles und so zeigte das Echo wieder leicht über neun Grad.Leider war das große Fressen der ersten Nacht erst mal rum doch konnte Walter noch einen richtig fett gefressen Bartelträger mit 1,67m fangen.So konnten wir in sechs Nächten sechs gute Fische fangen und aus dem Winterwaller wurden mehr oder weniger schon Frühjahrwaller.Doch zeigte diese Woche das es mehr Sinn macht bei eisigen Temperaturen lieber mal die Ruten zuhause stehen zulassen und  mehrere Tage am Wasser zu verbringen wenn es sich echt lohnt und der Waller aktiv frisst.Ich wünsche allen einen guten Start in die neue Sasion .

 

Tobias Siekmann

 

Geräte:

Rute:Taffi Tackle Unlimited Guiding

Rolle:Penn 950 Spinfischer

Hauptschnur:0,61 Leitner Super Cat

Vorfach;Taffi Tackle Soft mono 1,2mm  68kg Tragkraft